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mJA: HSG Wint/Weiler - HSK 30:31 (14:16)
 
Nachdem die letzten beiden Spielberichte mit dem einleitenden Wort ‚nachdem‘ begonnen haben, beginnt dieser ausnahmsweise mal mit einem Zitat von Pelé: „Je schwieriger ein Sieg, desto größer die Freude am Gewinnen.“ Genauso willkürlich wie diese Einleitung waren auch die Kostüme einiger Mannschaftskameraden, die den Lorcher Faschingsumzug am Vortag besuchten. Von einer Banane über einen klassischen Stadtjungen mit überteuerter Kleidung, bis hin zum Baustellenmönch im Wikingerstil war alles vertreten. Trotz dieses Umstandes waren wir am nächsten Mittag zum wiederholten Male alle anwesend. Das Faschingskostüm wurde zwar vereinzelt in ein Halloweenkostüm al natura getauscht, jedoch sollte das vorerst kein Problem darstellen.
Die Anreise zum Steinwurf entfernten Winterbach war schwerer als erwartet. Die Adresse der Sporthalle in Kombination mit der vorinstallierten Navigationsapplikation auf dem Gerät mit dem Namen eines sehr bekannten Kernobstgewächses brachte uns mitten ins Wohngebiet Winterbachs. Durch Intuition und freundlicher Beschilderung konnte die Salierhalle schlussendlich doch erreicht werden. Angekommen in der Halle machten wir uns dann auch zügig spielbereit. Das Highlight vor dem Spiel war das gemeinsame Aufwärmen mit unseren Gastgebern am Spielfeldrand. Bedingt durch den Platzmangel kreisten wir unter einheitlicher Ansage den Arm, fersten unsere Füße an oder machten Sidesteps. Das Aufwärmprogramm wurde durch diesen Umstand zwar in unserer Gewohnheit gestört, verlor jedoch keinesfalls an der traditionellen und unvergleichbaren Intensität. Man kann schon fast behaupten, dass diese übertrumpft worden ist und somit einen neuen Tiefpunkt erreicht hat. Das Gefühl der Familiarität legte sich aber umgehend, als der Schiedsrichter das Spiel startete. Nicht erkennbar, ob das Pfeifen ein Quietschen der Schuhe auf dem äußerst staubigen Hallenboden war oder doch ein Pfiff aus dem überregional gängigen Tonerzeugers des Spielleiters. Im Laufe der Partie wurden beide Optionen das ein oder andere mal unglücklicherweise verwechselt oder sorgte für Verwirrung bei den Spielern.
Nichtsdestotrotz begann das Spiel ausgeglichen, ehe man in der 19. Minute nach 4 schnellen Gegentoren mit 12:9 zurück lag. In der Schlussphase der ersten Hälfte haben wir uns aber wieder gefangen und so musste unser Torwart, welcher einen äußerst lobenswerten Sahnetag hatte, bis zur Halbzeit nur noch zwei mal hinter sich greifen und wir konnten selbst noch 7 Tore erzielen. So stand es zur Halbzeit erfreuliche 14:16 aus gegnerischer Sicht und eine intensive Halbzeitansprache stand uns bevor. Korrekturen in der Abwehr und im Angriff wurden professionellst anhand der Taktiktafel erläutert und verinnerlicht. Außerdem war es Ziel, konzentriert zu bleiben und die Angriffe länger auszuspielen. So konnten wir die Führung bis zur 45. Minute halten doch dann gaben wir wieder das Ruder ab. Jetzt liefen wir nach einigen unnötigen Zeitstrafen bis zum Schluss einem Rückstand hinterher. Nach einem Phantomtor 4 Minuten vor Schluss zur 29:27 Führung für die Gastgeber war das Spiel schon fast verloren. Die vollbesetzte Tribüne war nun auch zu hören. Da der interkommunale Kooperationspartner Winterbachs, Schorndorf, nach uns in nebenan liegender Halle spielte, erreichte dieses spannende Derby bezüglich Zuschaueranzahl auch noch einen Saisonhöchstwert.
Durch grandiose Paraden von unserem Torhüter Seba kassierten wir nur noch ein Gegentor bis Spielende. Trotzdem mussten wir selbst auch noch ein paar Tore werfen. Letztendlich vier Stück an der Zahl. Nach Torerfolg über Rechtsaußen mit anschließender Zeitstrafe für die Gegner kam wieder Hoffnung auf und so konnte in Überzahl über die entstandene Lücke auf außen nach zwei weiteren Torerfolgen der Ausgleich erzielt werden. Die Chance zum Führungstreffer 45 Sekunden vor Schluss für die Handball Sportgemeinschaft aus Winterbach und Weiler per 7 Meter vernichtete Seba mit einer Parade. Der zweite gehaltene 7 Metern in der unmittelbaren Schlussphase, überragend! Nun legte Trainer Alexander Hezinger seine letzte Time-Out Karte beim Stand von 30:30 um den letzten Angriff zu besprechen. Die Zeit herunterspielen und nur bei einer 100% Chance werfen hieß es natürlich jetzt. Das Spiel ging weiter und unmittelbar nach Wiederaufnahme ergab sich direkt diese eindeutige Chance. Abermals war auf außen viel zu viel Platz und der Ball wurde im langen oberen Eck versenkt. 20 Sekunden auf der Hallenuhr und Time-Out durch die Gastgeber. Das Unentschieden war uns nun sicher, aber das reichte uns nicht. Nur klare Fouls von vorne um den Spielfluss zu unterbrechen und keine dummen Aktionen war jetzt die Ansprache. Aktion 1 wurde souverän verteidigt. Nach zu geringem Abstand halten beim Freiwurf bekam unser größter Spieler nun seine dritte 2-Minuten Strafe und durfte sich die letzte Aktion hinter der Bank anschauen. Da nun voraussichtlich ein Rückraumspieler hochsteigen wird, war nun eben die Größe gefragt. Anpfiff, Pass, Wurf: geblockt! Die Freude war nun in die Gesichter der Spieler geschrieben und es wurde ausgelassen gejubelt. Derbysieger!
In der Nachbesprechung beim gemeinsamen Abendessen im Vereinsheim mussten wir uns zwar eingestehen, dass wir nicht die beste Leistung aufs Parkett gelegt haben, aber niemals aufgaben und zusammenhielten!
Die Tabellenführung konnte somit wieder verteidigt werden und die Aufgabe in den nächsten Wochen muss es sein, sich auf die wichtigen letzten zwei Spiele einzustellen.